Inhalt der Website: Benediktierkloster Mariastein: Abtei zum heiligen Diakon und Blutzeugen Vinzenz in BEINWIL-MARIASTEIN. Gegründet um 1100 in Beinwil, nach Mariastein verlegt 1648, vom Staat reorganisiert (faktisch aufgehoben) 1874, wiederhergestellt 1970/71. Was Mariastein ganz besonders auszeichnet, ist die unterirdische Felsengrotte mit dem Gnadenbild, der lächelnden Madonna. Jahrein jahraus finden hier unzählige Menschen Ermutigung und Hilfe bei der Mutter vom Trost. Das Kloster ist Ort der Arbeit und vielfältiger Tätigkeiten, für die ein gesunder Rhythmus des Tagesablaufs vorgegeben ist. Die Arbeit ist ein notwendiger Dienst an der Gemeinschaft und bedeutet gleichzeitig Teilnahme am Schöpfungs- und Heilswirken Gottes.
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Gegründet im 8. Jahrhundert
CH-7180 Disentis
Tel. +41 081 929 69 00
Fax +41 081 929 69 01
E-Mail: abtei(at)kloster-disentis.ch
Website: www.kloster-disentis.ch
Die lange Geschichte der Abtei Disentis beginnt im siebten Jahrhundert. An ihrem Anfang steht der heilige Sigisbert, ein Mönch aus dem Frankenreich. Er verlässt sein heimatliches Kloster Luxueil, eine Gründung des heiligen Columban, um im damals noch unbewohnten Hochtal von Disentis als Einsiedler zu leben. Hier baut er sich eine Zelle und errichtet zusammen mit dem Rätier Placidus eine erste Kirche, die er der Gottesmutter weiht. Doch der weltliche Herrscher in Chur, Präses Victor, misstraut dem Fremden aus dem mächtigen Frankreich. Darum lässt er Placidus, den einheimischen Gönner des fremden Mönches, umbringen. Das geschieht an einem 11. Juli um 700.
Dieser Tag bleibt unvergessen. Noch heute versammeln sich die Mönche des Klosters und die Gläubigen unseres Tales jedes Jahr vor dem 11. Juli zu einem Festgottesdienst, um in Dankbarkeit ihrer Patrone zu gedenken.
Das fromme Leben des heiligen Sigisbert und das vergossene Blut des heiligen Placidus haben die Erde von Disentis geheiligt. An ihrem Grab begründet Abt-Bischof Ursicin um 720 das Benediktinerkloster. Weiträumige Kirchen und die vielen Namen der frühen Mönchslisten bezeugen den raschen Aufstieg der Abtei.
Das Kloster liegt im rätoromanischen Sprachgebiet. Schon in der Mönchsliste des achten Jahrhunderts finden sich romanische und germanische Namen nebeneinander. Das Zusammenwirken zweier Kulturen ist bis heute ein Charakteristikum des Klosters geblieben. Die Mönche halfen mit in der Seelsorge der romanischen Pfarreien, und viele junge Romanen aus der Region besuchen die deutschsprachige Klosterschule. Wer durch unser modernes Schulhaus geht, hört ebensoviel Romanisch wie Deutsch und dazu noch Italienisch - ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt unserer Region.
Die Aufgaben des Klosters wandelten sich im Laufe der vielen Jahrhunderte. Zuerst ging es darum, das Tal zu roden und zu besiedeln, Pfarreien aufzubauen und zu betreuen. Die Äbte des Mittelalters hatten als Landesherren den Lukmanierpass zu sichern, zugleich traten sie für Frieden und Freiheit ein und förderten nachhaltig die Gründung des Grauen Bundes, der unserem Kanton den Namen gegeben hat.
In der Barockzeit begegnen uns unter den Mönchen eifrige Seelsorger und gute Theologen. Es entsteht der heutige Klosterbau mit der festlichen Martinskirche.
Zur Eigenart von Disentis gehört es, dass die Abtei nur zwei Aussenposten hat. So wird es möglich, dass fast die ganze Gemeinschaft am klösterlich-liturgischen Leben teilnehmen und die meiste Zeit innerhalb des Klosters wirken kann: die Mönche geben Schule, arbeiten in Werkstätten, in Haus und Garten und widmen sich wissenschaftlichen und kulturellen Aufgaben. Das Kloster will ein religiöses Zentrum sein, das suchende Menschen für "Kloster auf Zeit" aufnimmt und durch seine Ausstrahlung das christliche Leben des Tales mitträgt.
Die erste Kirche von Disentis, von Sigisbert und Placidus erbaut, war eine Marienkirche. Das haben die Mönche und die Gläubigen nie vergessen. Die kleine Marienkirche des Klosters wird heute noch täglich von Pilgern besucht, die von der Mutter der Barmherzigkeit Hilfe und Trost erbitten. Das Heiligtum aus dem zehnten Jahrhundert wurde 1980 - 1984 erneuert, um seiner Aufgabe als Wallfahrtsziel besser dienen zu können.
In den gleichen Jahren haben Archäologen die Reliquienkrypta von Placidus und Sigisbert aus dem achten Jahrhundert ausgegraben. Das Kloster hat neben den ehrwürdigen Mauern eine neue Krypta angefügt, welche heute die Reliquien unserer heiligen Patrone birgt. Hier empfängt die Gemeinschaft von Disentis Weisungen aus ihrem Ursprung, blickt auf Geist und Werk ihrer Gründer und holt sich neue Kraft für die Aufgaben der Zukunft.