Inhalt der Website: Benediktierkloster Mariastein: Abtei zum heiligen Diakon und Blutzeugen Vinzenz in BEINWIL-MARIASTEIN. Gegründet um 1100 in Beinwil, nach Mariastein verlegt 1648, vom Staat reorganisiert (faktisch aufgehoben) 1874, wiederhergestellt 1970/71. Was Mariastein ganz besonders auszeichnet, ist die unterirdische Felsengrotte mit dem Gnadenbild, der lächelnden Madonna. Jahrein jahraus finden hier unzählige Menschen Ermutigung und Hilfe bei der Mutter vom Trost. Das Kloster ist Ort der Arbeit und vielfältiger Tätigkeiten, für die ein gesunder Rhythmus des Tagesablaufs vorgegeben ist. Die Arbeit ist ein notwendiger Dienst an der Gemeinschaft und bedeutet gleichzeitig Teilnahme am Schöpfungs- und Heilswirken Gottes.
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Gabriele Hartlieb: Du bist uns anvertraut. Warum wir unser Kind taufen lassen. Patmos Verlag der Schwabenverlag, Ostfildern 2011. 96 S. ISBN 3-8436-0092-7. Fr. 14.90.
Ihr Kind taufen zu lassen, dazu entscheiden sich auch Eltern, die kaum oder keinen Kontakt zur Kirche mehr haben. Gerade für sie ist es wichtig, dass sie sich bewusst werden, was es heisst, getauft zu sein. Das kleine Buch zeigt, wie auch Kirchenferne das Sakrament verstehen und deuten lernen, und wie sie selber dem Kind «Stütze» sein können.
P. Augustin Grossheutschi
Christopher Jamison: Durchatmen. Finde den Mönch in dir. Deutsch von Johanna Fierlings. Vier-Türme- Verlag 2011. 173 S. ISBN 3-89680-525-6. Fr. 24.50.
Man kann es kaum noch hören, das Wort «Hektik» nämlich; und doch ist es eine Wirklichkeit, die viele Menschen umtreibt und kaum mehr zu Ruhe kommen lässt. Der Autor dieses Buches, ein englischer Benediktinermönch und ehemaliger Abt, zeigt, wie es gelingen könnte, das seelische Gleichgewicht neu zu gewinnen und es auch zu bewahren. Eine Fernsehserie «Das Kloster » hat fünf sehr moderne Männer porträtiert, die 40 Tage und 40 Nächte lang wie Mönche lebten. «Sie wurden mit der Forderung konfrontiert, ständig und in aller Tiefe hinzuhören: in sich selbst hineinzuhören, anderen Menschen zuzuhören – und Gott zuzuhören. Nach 40 Tagen hatte dieses tiefe Hinhören ihre Herzen und ihren Verstand verändert» (Umschlagtext). Eine unerwartet grosse Anzahl von Zuschauern hat diese Sendungen verfolgt. Es gab unzählige Reaktionen, «Hunderte von Menschen meldeten sich für einen Gastaufenthalt im Kloster» (S. 10). Diese Menschen, die nach der Fernsehserie Gast im Kloster waren, «haben die Entstehung des Buches herausgefordert» (S. 10). Christopher Jamison spricht in sieben Kapiteln über sieben Schritte klösterlichen Lebens: Schweigen, Kontemplation, Gehorsam, Demut, Gemeinschaft, Spiritualität, Hoffnung. Diese Schritte machen es möglich, «einen Ort der Stille zu schaffen, auch ausserhalb der Klostermauern, inmitten unserer rastlosen Welt» (Umschlagtext). Es lohnt sich, tatsächlich, dieses Buch zu lesen, das lebensnah und humorvoll geschrieben ist: Finde den Mönch in dir (auch wenn du nach aussen keiner bist!).
P. Augustin Grossheutschi
Agnethe Siquans: Die alttestamentlichen Prophetinnen in der patristischen Rezeption. Texte – Kontexte – Hermeneutik. (Herders Biblische Studien 65). Herder, Freiburg 2011. X+624 S. ISBN 978-3-451-33187-9. Fr. 99.–.
Bei der vorliegenden Publikation geht es um eine Habilitationsschrift, deren Abfassung im deutschen Sprachraum zum üblichen akademischen Prozedere gehört, das heisst zusätzlich zur Doktorarbeit muss noch eine fachspezifische Studie vorgelegt werden, womit sich deren Verfasser(-in) als lehrbefähigt ausweist und die Lehrbefugnis an einer Universität erwirbt. Gegenstand dieser wissenschaftlichen Abhandlung sind die acht alttestamentlichen Texte, die von Prophetinnen handeln und deren Auslegung durch die altchristlichen Kirchenväter. Frauen, die den Namen «Prophetin» tragen, sind: Mirjam (Ex 15), Debora (Ri 4f ), Hulda (2 Kön 22; 2 Chr 34), Noadja (Neh 6), die namenlose Prophetin in Jes 8, 3; von «prophetisch» tätigen Frauen ist die Rede in Ez 13,17 (Falschprophetin) und in Joel 3, 1f. (prophetisch redende Töchter).
Die Untersuchung ist in drei Teile gegliedert: – Teil I (S. 28–355) widmet sich den patristischen Quellentexten, welche über die Prophetinnen handeln. Dabei kommt heraus, dass sich 72 «Väter» ein oder mehrere Male zum Thema äusserten. – Teil II (S. 356–526) geht den theologischen und historischen Kontexten der jeweiligen biblischen Autoren und deren patristischen Auslegern nach. Mit ihrer aus «genderfairer» (= geschlechtsgerecht) Perspektive betriebenen Exegese greift die Autorin ein Defizit auf, das während Jahrhunderten nicht beachtet und nicht aufgearbeitet wurde. – Teil III (S. 527–578) fragt nach den Hermeneutiken der Kirchenväter und deren Konsequenzen in der heutigen Auslegung. Mir scheint, dass für uns Mönche, die wir uns fast täglich mit Väterlesungen umtun und diese noch betrachten sollten, die beiden Teile II und III wohl von grösstem praktischem Nutzen sind.
Als Ergebnis dieser sorgfältigen Untersuchung einschlägiger Texte aus der patristischen Literatur kann zusammengefasst werden: – Wie im Alten Test selber sind Texte über Prophetinnen eher Randphänomene und werden für die Lehrentwicklung als nebensächlich eingestuft. Dieser Umstand erklärt, dass es sehr wenige dogmatische Texte gibt, in denen Prophetinnenworte zitiert werden. Zweifellos sind «männliche » Texte bekannter, wichtiger und inhaltlich passender. – Die Kirchenväter haben Prophetinnentexte durchaus wahr- und ernstgenommen, haben diese wenigen Texte allerdings mit Blick auf ihre Zuhörer hin konsequent fürs christliche Glaubens- und Alltagsleben ausgelegt. – Generell bleibt die Haltung der Kirchenväter Prophetinnen gegenüber ambivalent. Die Bewertung weiblicher Propheten ist überdies sehr zeitbedingt; sie teilen, wie schon Paulus, die spätantike männliche Sichtweise der Frau, ihre Position in einer Männergesellschaft und ihre angemessene Zurückhaltung in einer von Männern dominierten Kultur. – Die wissenschaftlichen Resultate dieser leicht leserlichen Habilitationsschrift sind in 1526 Fussnoten hinreichend begründet und gestützt. – Gegen Zusammenfassungen nach den drei Hauptteilen ist nichts einzuwenden, sind sie doch sogar obligat. Aber Zusammenfassungen nach jedem einzelnen Kapitel oder Unterabschnitt mögen im Vorlesungsbetrieb noch angehen, und dies aus didaktischen Erwägungen. Doch im gedruckten Wort schaffen derlei Rekapitulationen noch und noch eine gewisse ermüdende Redundanz.
P. Andreas Stadelmann