Inhalt der Website: Benediktierkloster Mariastein: Abtei zum heiligen Diakon und Blutzeugen Vinzenz in BEINWIL-MARIASTEIN. Gegründet um 1100 in Beinwil, nach Mariastein verlegt 1648, vom Staat reorganisiert (faktisch aufgehoben) 1874, wiederhergestellt 1970/71. Was Mariastein ganz besonders auszeichnet, ist die unterirdische Felsengrotte mit dem Gnadenbild, der lächelnden Madonna. Jahrein jahraus finden hier unzählige Menschen Ermutigung und Hilfe bei der Mutter vom Trost. Das Kloster ist Ort der Arbeit und vielfältiger Tätigkeiten, für die ein gesunder Rhythmus des Tagesablaufs vorgegeben ist. Die Arbeit ist ein notwendiger Dienst an der Gemeinschaft und bedeutet gleichzeitig Teilnahme am Schöpfungs- und Heilswirken Gottes.
Hinweis: Sie haben die von uns definierten Style-Sheets (CSS) abgeschaltet oder Sie nutzen leider einen älteren Browser, daher wird diese Seite anders dargestellt.
Hinweis: Weitere Informationen über die Darstellung dieser Website finden Sie in den Besucherinfos
Birgit Kaiser: Christus im KZ. Glaubenszeugen im Nationalsozialismus.
Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2011. 304 S.
ISBN 3-86744-164-3. Fr. 30.50.
Sorgfältig hat sich die Autorin in Archiven und vor Ort auf die Suche gemacht, und sie hat Zeitzeugen befragt. Das Ergebnis ihrer Forschungen legt sie nun in diesem Buch vor, und sie erzählt in berührenden Berichten über Glaubenszeugen aus der Nazizeit. Wir lesen unter anderem über Karl Leisner und über den Bischof, der ihn im Gefängnis zum Priester geweiht hat, Msgr. Gabriel Piguet, und über P. Otto Pies SJ, der Karl Leisner geistlich begleitet und dessen erste Biografie geschrieben hat. Ferner finden sich Berichte über P. Rupert Mayer SJ und P. Alfred Delp SJ, Marcel Callo, Joseph Müller, Dietrich Bonhoeffer und Georg Häfner, der am 15. Mai 2011 in Würzburg seliggesprochen wurde, und über andere. Das Zeugnis dieser aller gehört zur Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts.
P. Augustin Grossheutschi
Carmen Diller, Martin Mulzer, Kristinn Ã’lason, Ralph Rothenbusch (Hrg.):
Studien zu Psalmen und Propheten. Festschrift für Hubert Irsigler
(Herders Biblische Studien 64). Herder, Freiburg 2010. X + 493 S.
ISBN 978-3-451-35001-6. Fr. 89.–.
Unter «Festschrift» versteht man eine Sammlung thematisch begrenzter Beiträge oder fachspezifischer Studien mehrerer Autoren, die gelegentlich eines festlichen Anlasses (Jubiläen von Firmen, Vereinen, einer Stadt) oder zum hohen Geburtstag einer verdienten Persönlichkeit veröffentlicht werden. Um einen solchen Gratulationsstrauss handelt es sich bei der vorliegenden Publikation: 23 Fachkollegen, Mitarbeiter und ehemalige Studenten in Bamberg und Freiburg i. B. lieferten Blüten und Blumen, welche die vier Herausgeberinnen und Herausgeber zu einem prächtigen Festkranz geflochten haben und nun ihrem verehrten Lehrer zum 65. Geburtstag darbieten. Der Jubilar hat sich im Rahmen seiner Forschungstätigkeit am Alten Testament und als Bibeltheologe stets um methodische Klarheit und terminologische Präzision bemüht, zwei Eigenschaften, die auch in diesem Sammelwerk noch gut sichtbar durchschimmern. Das Redaktorenteam hat das Verbindende dieser 23 Studien im Titel auf den Punkt gebracht: So interessieren sich sechs Autoren für folgende Psalmen (8;26;72;84;105;147); vier Beiträge befassen sich mit poetischen Texten und deren Sinn, Aufgabe und Zweck, also mit poetischen Stücken, die in der sonst breit angelegten biblischen Prosaliteratur plötzlich auftauchen (Gebetstexte im Buch Nehemia; Kraft der Poesie in Rechtstexten nach Dtn 8; Funktion der Moselieder in Ex 15 und Dtn 32 in ihrem narrativen Kontext; «Vorbildcharakter» historischer Gestalten im Väterlob des Sirachbuches, Kap. 44–50. – 13 Beiträge sprechen Probleme an, die sich in der Prophetenliteratur anmelden oder die sich aus Beobachtungen der altorientalischen Religionsgeschichte ergeben. Dazu gehören Reflexionen über die Ursprünge der israelitischen Prophetie (Debora, Ri 4 f.) und über die spezifischen Botschaften der sogenannten «grossen», klassisch gewordenen Propheten Israels (Jes, Jer, Ez, DtJes), welche jeweils verbindliche Antworten auf die ernsten Zeichen ihrer Zeit zu geben versuchten. Darunter gibt es auch Aufsätze, die nach den Hintergründen prophetischer Motive fragen (vgl. «die Ranke an der Nase» in Ez 8,17) oder welche die bisweilen doch sehr auffälligen äusseren Verhaltensweisen einiger Propheten zu deuten versuchen (vgl. «der verrückte Prophet» in Jer 29,26; Hos 9,7). Weitere Beiträge befassen sich mit der Wirkungsgeschichte poetischer und prophetischer Texte im jüngeren Teil der christlichen Heiligen Schrift (Jes 7 f. in der Kindheitserzählung Jesu nach Mt; hebräisches Seelenverständnis in der Masora und in der Graeca/LXX; «Eigentum und Gerechtigkeit» im älteren und neueren Teil der christlichen Bibel) und in der geistlichen Musik christlicher Komponisten (vgl. Joh. Brahms, op. 121). Wer die 23 Bibliografien etwas durchmustert, hat den Eindruck, als ob nur in deutschen, anglo- und frankophonen Ländern Grundlagenforschung am Alten Testament betrieben würde. Dem ist nicht ganz so, zumal gerade südamerikanische Autoren die prophetische Kraft und den poetischen Klang biblischer Texte erspüren und zum Klingen zu bringen vermögen. Ihre Mitberücksichtigung wäre dem internationalen fachwissenschaftlichen Gespräch, wie es sich die Betreuer der Studienreihe zum Ziel gesetzt haben, gewiss förderlich gewesen.
P. Andreas Stadelmann
Hans Schaller: Im Labyrinth meines Lebens. Von Umwegen, die weiterführen.
Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern 2011.
(Topos plus Taschenbücher Bd. 756). 112 S.
ISBN 978-3-8367-0756-5. Fr. 12.90.
Dass das Unterwegssein zum tiefsten Menschsein gehört, das spüren und erfahren wir alle. Je länger der Weg wird, auf den wir zurückblicken, umso mehr erweist sich der Lebenspfad als ein Labyrinth. Damit werden wir auf ein Symbol verwiesen, das für unsere oft so verwirrende und verworrene Lebensgeschichte steht. Das Tröstliche an diesem Bild ist, dass das Labyrinth einen Weg in die Mitte hat, also auf geheimnisvolle Weise in ein Zentrum führt. Im Gegensatz dazu sind Holzwege Wege, die man in den Wald hineinlegt, um Holz abzutransportieren. Holzwege führen nicht weiter. Wer sich auf einen Holzweg begibt, muss über kurz oder lang umkehren. Wo der Sinn solcher Umwege liegt, das zeigt uns der Schweizer Jesuit Hans Schaller auf eindrückliche Weise in seinem neuesten Werk. Der Autor ist bereits durch viele geistliche Publikationen bekannt geworden, die immer auf ein grosses Echo gestossen sind. Er sagt uns: «Wahrscheinlich werden wir nie aufhören, an unseren Lebenswegen, die wir geheimnisvoll gewählt haben und geführt wurden, herumzurätseln undherumzudeuten» und dabei stellt sich immer wieder die Frage, «ob es nicht leichtere, schnellere und vor allem mühelosere Umwege gegeben hätte, um unserem Ziel näher zu kommen. Aber es bleibt wahrscheinlich, dass wir das Leben und vor allem den Willen Gottes nicht anders kennenlernen als im geduldigen Ausschreiten mühsamer Lebenswege» (S. 111–112). Davon legt schon die Bibel Zeugnis ab. In einer Fülle von Weggeschichten erzählt sie von Menschen, die in Bewegung kommen, sich von Gott oder anderen Menschen auf ganz unterschiedliche Wege bringen lassen. Drei Personen führt uns der Autor vor Augen: Jona, Petrus und den älteren Sohn in der Geschichte vom barmherzigen Vater (S. 39–59). Allen gemeinsam ist die Erfahrung, dass es sich um Umwege des Leidens handelt (S. 9–37), die aber zugleich die Gnade eines neuen Anfangs durchscheinen lassen (S. 61–83) und schliesslich andeuten, wie aus dem Fragment des Lebens ein Ganzes wird (S. 85–106). Die vorliegende geistliche Schrift ist ein Buch, dem man auf allen Seiten anmerkt, dass der Verfasser die Theologie nicht bloss im Kopf, sondern mit dem Herzen betreibt. Dass das alles nicht graue Theorie ist, hat P. Hans Schaller am eigenen Leib erfahren. Infolge eines Unfalls vor Jahren war sein Alltag über lange Zeit hinweg von grossen Schmerzen und Behinderungen geprägt. So sind denn diese Betrachtungen ganz aus dem Leben und für das Leben geschrieben. Der Autor gibt keine vorschnellen Antworten. Er löst das Geheimnis nicht auf. Aber er zeigt Möglichkeiten, die Christen haben, dem Leiden zu begegnen, um es im Licht der Auferstehung Christi in Hoffnung zu verwandeln. Wer zu diesem Buch greift, wird reich beschenkt. Und wer sehnt sich nicht nach einem kundigen Weggefährten auf den oft so mühsamen Umwegen des Lebens, um nicht der Versuchung vorschneller, unüberlegter Abkürzungen zu verfallen?
P. Ambros Odermatt