Inhalt der Website: Benediktierkloster Mariastein: Abtei zum heiligen Diakon und Blutzeugen Vinzenz in BEINWIL-MARIASTEIN. Gegründet um 1100 in Beinwil, nach Mariastein verlegt 1648, vom Staat reorganisiert (faktisch aufgehoben) 1874, wiederhergestellt 1970/71. Was Mariastein ganz besonders auszeichnet, ist die unterirdische Felsengrotte mit dem Gnadenbild, der lächelnden Madonna. Jahrein jahraus finden hier unzählige Menschen Ermutigung und Hilfe bei der Mutter vom Trost. Das Kloster ist Ort der Arbeit und vielfältiger Tätigkeiten, für die ein gesunder Rhythmus des Tagesablaufs vorgegeben ist. Die Arbeit ist ein notwendiger Dienst an der Gemeinschaft und bedeutet gleichzeitig Teilnahme am Schöpfungs- und Heilswirken Gottes.
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Gegründet in Muri 1027, aufgehoben 1841, erneuert und fortgeführt in Gries 1845
I-39100 Bozen 4
Tel. +390471 28 11 16
Fax +390471 44 35 77
Gründungsort des Klosters ist Muri im aargauischen Freiamt. Aus den Acta Murensia, einer bedeutenden Chronik des 12. Jahrhunderts, ergibt sich, dass es die älteste Hausstiftung und Grablege der Grafen von Habsburg ist und im Jahre 1027 von Ita von Lothringen und deren Gemahl Radbert von Habsburg sowie Bischof Wernher von Strassburg errichtet wurde. Mönche von Einsiedeln besiedelten es.
Eine erste Blüte erlebte das Kloster unter dem zweiten Abt Luitfrid (1085 - 1096). Er wird im Kloster als Seliger verehrt. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts entsandte Muri die ersten Mönche nach Engelberg. Wahrscheinlich entstand um 1250 im Kloster das älteste geistliche Drama in deutscher Sprache, das "Osterspiel von Muri" das in neuester Zeit wieder aufgeführt wurde.
In relativ geordneten Verhältnissen trat der Konvent ins Zeitalter der Glaubensspaltung. Der tatkräftige Abt Laurentius von Heidegg (1508 - 1540) rettete ihn mit Hilfe der katholischen Orte durch die Stürme der Religionskämpfe hindurch.
Unter dem tüchtigen Reformabt Johann Jodok Singisen (1596 - 1644) erlebten die klösterlichen Ideale eine neue Blüte. Er wandte der religiös-geistigen Bildung der Mönche und dem Ausbau der Bibliothek grösste Sorgfalt zu, sodass sich die Ausstrahlung des Klosters weithin geltend machte. Den Höhepunkt der Barockkultur erreichte das Stift mit dem Neubau der Klosterkirche und mit der Erhebung in den Rang einer Fürstabtei.
In der ernsten religiösen Haltung lag auch der Grund, warum der Konvent ungebrochen durch die geistigen Umwälzungen der Aufklärung und der Französischen Revolution hindurchging. Der antikirchliche Geist des Radikalismus aber sprach über die Klöster das Todesurteil. 1841 wurden im Aargau alle Klöster aufgehoben. Ende Januar verliessen die Muri-Mönche, der Gewalt weichend, das Kloster. Kurz zuvor hatte der Konvent den noch jungen P. Adalbert Regli zu seinem Abt gewählt.
Eine Begegnung des Abtes mit Männern der Regierung des Kantons Obwalden führte im November 1841 zur Übernahme der seit 1752 in Sarnen stehenden Lateinschule. Noch heute erteilen einige Patres am Gymnasium Unterricht und betreuen das Internat.
Längere Zeit hofften Abt und Konvent, dass Muri bald wiederhergestellt werde. Inzwischen schlug Fürst Metternich dem Kaiserhof in Wien vor, dem habsburgischen Kloster Hilfe zu bringen. 1845 konnte Abt Adalbert mit seinem Konvent in dem ehemaligen Chorherrenstift in Gries bei Bozen (heute Stadtteil 4) im Südtirol eine neue Wohnstätte beziehen. So gibt es seit dieser Zeit das Kloster Muri-Gries. Weil etwa die Hälfte des Konventes in Sarnen wohnt, kann man füglich vom Kloster Muri-Gries-Sarnen sprechen.
Für alle, die ins Kloster eintreten, wird das Noviziat in Gries durchgeführt. Von dort aus findet die weitere Ausbildung statt. Das Kloster selbst führt ein Internat für Gymnasiasten, leitet einige Pfarreien und leistet Aushilfe in der Diözese.