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Gründungsort des Klosters ist
Muri im aargauischen Freiamt. Aus den Acta Murensia, einer bedeutenden
Chronik des 12. Jahrhunderts, ergibt sich, dass es die älteste
Hausstiftung und Grablege der Grafen von Habsburg ist und im Jahre
1027 von Ita von Lothringen und deren Gemahl Radbert von Habsburg
sowie Bischof Wernher von Strassburg errichtet wurde. Mönche
von Einsiedeln besiedelten es.
Eine erste Blüte erlebte das Kloster unter dem zweiten Abt
Luitfrid (1085 - 1096). Er wird im Kloster als Seliger verehrt.
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts entsandte Muri die ersten Mönche
nach Engelberg. Wahrscheinlich entstand um 1250 im Kloster das älteste
geistliche Drama in deutscher Sprache, das "Osterspiel von
Muri" das in neuester Zeit wieder aufgeführt wurde.
In relativ geordneten Verhältnissen trat der Konvent ins Zeitalter
der Glaubensspaltung. Der tatkräftige Abt Laurentius von Heidegg
(1508 - 1540) rettete ihn mit Hilfe der katholischen Orte durch
die Stürme der Religionskämpfe hindurch.
Unter dem tüchtigen Reformabt Johann Jodok Singisen (1596 -
1644) erlebten die klösterlichen Ideale eine neue Blüte.
Er wandte der religiös-geistigen Bildung der Mönche und
dem Ausbau der Bibliothek grösste Sorgfalt zu, sodass sich
die Ausstrahlung des Klosters weithin geltend machte. Den Höhepunkt
der Barockkultur erreichte das Stift mit dem Neubau der Klosterkirche
und mit der Erhebung in den Rang einer Fürstabtei.
In der ernsten religiösen Haltung lag auch der Grund, warum
der Konvent ungebrochen durch die geistigen Umwälzungen der
Aufklärung und der Französischen Revolution hindurchging.
Der antikirchliche Geist des Radikalismus aber sprach über
die Klöster das Todesurteil. 1841 wurden im Aargau alle Klöster
aufgehoben. Ende Januar verliessen die Muri-Mönche, der Gewalt
weichend, das Kloster. Kurz zuvor hatte der Konvent den noch jungen
P. Adalbert Regli zu seinem Abt gewählt.
Eine Begegnung des Abtes mit Männern der Regierung des Kantons
Obwalden führte im November 1841 zur Übernahme der seit
1752 in Sarnen stehenden Lateinschule. Noch heute erteilen einige
Patres am Gymnasium Unterricht und betreuen das Internat.
Längere Zeit hofften Abt und Konvent, dass Muri bald wiederhergestellt
werde. Inzwischen schlug Fürst Metternich dem Kaiserhof in
Wien vor, dem habsburgischen Kloster Hilfe zu bringen. 1845 konnte
Abt Adalbert mit seinem Konvent in dem ehemaligen Chorherrenstift
in Gries bei Bozen (heute Stadtteil 4) im Südtirol eine neue
Wohnstätte beziehen. So gibt es seit dieser Zeit das Kloster
Muri-Gries. Weil etwa die Hälfte des Konventes in Sarnen wohnt,
kann man füglich vom Kloster Muri-Gries-Sarnen sprechen.
Für alle, die ins Kloster eintreten, wird das Noviziat in Gries
durchgeführt. Von dort aus findet die weitere Ausbildung statt.
Das Kloster selbst führt ein Internat für Gymnasiasten,
leitet einige Pfarreien und leistet Aushilfe in der Diözese.
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