Gedenkjahr 2021

2021 sind es 50 Jahre her seit der staatsrechtlichen Wiederherstellung des Klosters Mariastein. Es war dies ein Meilenstein in der Geschichte des Klosters Beinwil-Mariastein und eine weitsichtige staatspolitische Tat der damaligen Regierung und des Volkes des Kantons Solothurn. 50 Jahre später, 2021, ist es der jetzigen Klostergemeinschaft ein Anliegen, dieses Ereignis in angemessener Form sowohl klosterintern als auch öffentlich in Erinnerung zu rufen.

Die Informationsschrift «Willkommen daheim» gibt darüber Auskunft. Sie kann postalisch bestellt werden bei: mariastein2025@kloster-mariastein.ch

Anbei als pdf zum Herunterladen.

Programm INFO

OK und Steuerungsausschuss
Für die Ausführung dieses Ereignisses wurde eine Organisation gebildet, bestehend aus einem Steuerungsausschuss (Leitung) und einem Organisationskomitee (Operation). Auf dem Bild sind diese beiden Gremien zu sehen: von links nach rechts (unten):  Klaus Fischer (Präsident OK), Viktoria Gschwind (OK), P. Prior Armin Russi (Vorsitzender Steuerungsausschuss), Karin Kälin Neuner-Jehle (OK), P. Lukas Schenker (OK), Regierungsrat Remo Ankli  (Steuerungsausschuss), Theres Brunner (Steuerungsausschuss), Hans Vögtli (OK),  Pia Zeugin (Administration), Mariano Tschuor (OK).

Foto: P. Notker Strässle


 

 

 

 

 

 


Zeittafel der Ereignisse

1. Oktober 1906
Der Mariasteiner Konvent übersiedelt nach Bregenz ins neu errichtete Stift St. Gallus. Sogleich gehen Abt und Mönche an die Arbeit: ein Klosterbau mit Bibliothek und Refektorium und eine Kirche werden geplant und gebaut. Der Klosterbau wird um die Jahreswende 1907/08 bezogen, die Klosterkirche am 3. Februar 1916 eingesegnet.

1. Oktober 1906
Offizielle Eröffnung des neugegründeten Kollegiums Karl Borromäus in Altdorf. Einige Benediktiner des Mariasteiner Konventes übernehmen die Leitung der Schule und des Internats.

2. Januar 1941
Die Nazis räumen das St. Gallusstift in Bregenz. Einige Mönche reisen in die Schweiz zu Verwandten und Bekannten, Abt Basilius Niederberger kommt nach Mariastein.

13. Januar 1941
Abt Basilius ersucht den Solothurner Regierungsrat um Erlaubnis, «dass er den aus dem Gallusstift Ausgewiesenen gestatte, sich der häuslichen Gemeinschaft von Mariastein anzuschliessen.» Am 21. Januar kommt die Kantonsregierung diesem Gesuch nach, betont aber ausdrücklich, dass es sich nicht um eine Neuerstehung des ehemaligen Klosters handle, sondern um eine «Asylgewährung».

29. August 1944
Die Kantonsregierung hat nichtsgegen die Aufnahme von Mönchskandidaten im Gebäude des ehemaligen Klosters Mariastein, wie aus einem Brief des damaligen Vorstehers des Kultus- Departements, Regierungsrat Urs Dietschi, an Abt Basilius Niederberger hervorgeht.

19. Februar 1953
Kantonsrat Alban Müller stellt im Rahmen der Debatte über die Revision des Forstgesetzes – es geht dabei auch um den Staatswald Beinwil, ehemals im Besitz des Klosters Mariastein- Beinwil – eine «kleine Anfrage», ob der Regierungsrat bereit sei, in der Angelegenheit bezüglich Rückerstattung des Klosters und seiner ehemaligen Besitzungen an den Konvent vorwärts zu machen.

23. Januar 1954
Das Rechtsgutachten des kantonalen Kultus-Departements kommt zum Schluss, dass das Kloster Mariastein gemäss Artikel 52 der Bundesverfassung (Klosterverbot) aufgehoben sei und nicht wiederhergestellt werden könne.

6. April 1954
Die Gruppe «Freunde von Mariastein » wird aktiv. Kantonsrat Franz Josef Jeger ruft eine überparteiliche Gruppe von einflussreichen Männern zusammen. Fritz Reinhardt referiert über die rechtliche Lage, Alban Müller über seine Bemühungen bei der Regierung.

20. Oktober 1954
Der Zürcher Rechtsgelehrte Professor Werner Kägi wird von der Kantonsregierung beauftragt, ein Rechtsgutachten zu erstellen. Wegen «Arbeitsüberlastung» wird er dieses Gutachten nie erstellen.

27. Januar 1960
Bundesrat Max Petitpierre teilt der Kantonsregierung auf ihre Anfrage hin mit, dass im Benedikt-Stift St. Gallus in Bregenz das Bundesrealgymnasium untergebracht sei und die Mönche dorthin erst zurückkehren können, wenn für die Schule neuer Raum geschaffen worden sei.

1. April 1960
Entscheid der Kantonsregierung: Sämtliche Kult- und andere historischen Gegenstände, die aus dem ehemaligen Kloster Mariastein stammen werden in die Gebäulichkeiten des ehemaligen Klosters Mariastein verbracht und dort als staatliche Deposita hinterlegt.

6. Juli 1964
Der Basler Rechtsprofessor Max Imboden übergibt der Kantonsregierung das von ihr bestellte Gutachten. Er kommt zum Schluss, dass der Entzug der «korporativen Selbstständigkeit» nicht einer «Aufhebung» im Sinne der Bundesverfassung gleichkommt. Die beabsichtigte Aufhebung scheiterte «an der inneren Widersprüchlichkeit der getroffenen Anordnungen.»

10. März 1966
Eine von der Kantonsregierung ernannte ausserparlamentarische Expertenkommission unter dem Vorsitz von Nationalrat Josef Grolimund, Erschwil, kommt zum Schluss, die «Mariasteinfrage » in positivem Sinne weiter zu behandeln und eine «Ansichtsäusserung» des Bundesrates einzuholen.

20. Juli 1966
Die Antwort des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements liegt vor: Die Wiederverleihung der juristischen Persönlichkeit an ein Kloster bedeutet keine Wiederherstellung eines solchen im Sinne von Art. 52 der Bundesverfassung. Es sprechen gute Gründe dafür, dass Art. 52 der Bundesverfassung einer Aufhebung der Beschränkung der Zahl der Wallfahrtsgeistlichen in Mariastein nicht entgegenstehe. Damit gibt der Bundesrat grünes Licht für eine staatsrechtliche Wiederherstellung des Klosters.

9. Dezember 1969
Abt Basilius Niederberger und P. Alban Leus besprechen die «Mariasteinfrage» mit der Kleruskongregation in Rom. Am 20. Dezember 1969 stellt diese Kongregation – dank der Vermittlung durch den Nuntius in der Schweiz, Ambrogio Marchoni – das Reskript aus: Die erbetenen Konditionen werden erteilt, die Mönche erhalten die Erlaubnis, das Angebot des Staates anzunehmen.

6. Februar 1970
Die Kantonsregierung verabschiedet ihren Bericht und den Antrag zur Wiederherstellung des Klosters Mariastein an den Kantonsrat. Die vorbereitende Kommission «Mariasteinvorlage» wird von Hans Derendinger, Olten, präsidiert. Die Vorlage wird am 24. und 25. März im Kantonsrat behandelt und oppositionslos angenommen.

7. Juni 1970
Volksabstimmung: Mit 29‘035 Jazu 14‘017 Nein-Stimmen wird die «Mariasteinvorlage » vom Souverän angenommen.

29. September 1970
Der Bundesrat teilt der Kantonsregierung mit gegen den Volksbeschluss vom 7. Juni 1970 sei eine Beschwerde eingereicht worden. Am 30. Dezember 1970 stellt der Bundesrat fest, dass der Mariasteiner Volksbeschluss der Bundesverfassung nicht entgegenstehe.

21. Juni 1971
Die Kantonsregierung in corpore, angeführt von Landammann Willi Ritschard, geleitet Abt Basilius Niederberger und die Mönche in die Kirche und vollzieht den Übergabeakt.

1.Juli 1971
Das Gesetz tritt in Kraft.